{"id":165,"date":"2009-04-11T02:17:34","date_gmt":"2009-04-11T01:17:34","guid":{"rendered":"http:\/\/deelo.de\/wp\/?page_id=165"},"modified":"2009-04-23T01:58:18","modified_gmt":"2009-04-23T00:58:18","slug":"huldigung","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/deelo.de\/index.php\/huldigung\/","title":{"rendered":"Malteser-Huldigung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-185\" title=\"p1110875_3\" src=\"http:\/\/deelo.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/p1110875_3.jpg\" alt=\"p1110875_3\" width=\"100\" height=\"102\" \/><\/p>\n<p>Gibt es eine sch\u00f6nere Huldigung an die Malteser als die folgenden Zeilen? Der Text stammt von den Seiten von <a href=\"http:\/\/malteser.ch\">Benji&#8217;s Memorioal.<\/a>\u00a0Herzlichen Dank an Familie Vanek-Jaeger f\u00fcr die freundliche Genehmigung, den Text hier zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Wo habe ich das gelesen? Bei Martial, dem altr\u00f6mischen Satiriker?<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Issa, die heiterer als Catuls Sperling,<br \/>\n<\/em><em>die reiner als ein Kuss von T\u00e4ubchen,<br \/>\n<\/em><em>die sanfter ist als jedes M\u00e4dchen,<br \/>\n<\/em><em>sie ist doch wertvoller als jeder Ring &#8230;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Spotte nur, du Dichter, \u00fcber den Gouverneur, dessen Liebe zu einem Malteserm\u00e4dchen grenzenlos schien, auch \u00fcber mich h\u00e4ttest du deine spitze Feder (oder womit du damals geschrieben hast) gebrauchen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>Ja, in die weisse Pracht Vernarrte gibt es heute genauso wie vor zwei Tausend Jahren und es wird sie solange geben, wie es die Malteser gibt.<\/p>\n<p>Was soll&#8217;s, denkt jetzt vielleicht der eine oder der andere, ein Hund ist doch ein Hund und jeder Wauwau, den der Z\u00fcchter oder der Besitzer nicht verdorben hat, kann dein Freund, dein Begleiter, deine Freude und dein Trost sein. Was also soll das ganze Gerede?<\/p>\n<p>Einverstanden, aber f\u00fcr mich ist der Malteser doch etwas mehr.<\/p>\n<p>Lacht nur \u00fcber mich, ihr Sp\u00f6tter, zuckt Eure Schultern, r\u00fcmpft eure Nase \u00fcber mich &#8211; ja, ich bin verliebt, wie der Gouverneur damals und so viele andere nach ihm.<\/p>\n<p>Ja, ich bin in die Malteser verliebt.<\/p>\n<p>Ich komme nach Hause, sie begr\u00fcssen mich st\u00fcrmisch.<br \/>\nIch will Ruhe haben, sie legen sich zu mir.<br \/>\nIch will an die frische Luft, sie wollen mitkommen.<br \/>\nIch will im Garten etwas machen, sie kommen mit und passen auf mich auf.<br \/>\nIch bin krank und sie legen sich zu mir, w\u00e4rmen mich und ziehen die Erreger aus meinem K\u00f6rper heraus.<\/p>\n<p>Ja, Sie lesen es richtig. Es ist eine uralte Zigeunerweisheit, die ich zuerst in England h\u00f6rte und dann von einer Jenischen best\u00e4tigt bekam, dass kein Hund es so wie der Malteser versteht, die geheimnisvolle Naturkr\u00e4fte zur Heilung des ihm anvertrauten Menschen einzusetzen. Erkl\u00e4ren Sie mich f\u00fcr verr\u00fcckt, aber ich glaube tats\u00e4chlich, dass es Dinge zwischen dem Himmel und der Erde gibt, wor\u00fcber die Schulmedizin keine Ahnung hat. Auch deshalb bin ich in die Malteser verliebt. Aber nicht nur deswegen.<\/p>\n<p>Fahren Sie mal mit der Hand durch das Malteserhaar: weich und geschmeidig, wie eine Feder, solange der Hund noch ein Welpe ist, aber bald wird es zur Seide mit einer dichten F\u00fclle, die man zwar t\u00e4glich b\u00fcrsten und k\u00e4mmen muss (sonst wird die Seide zum Filz und die Pracht zur Plage), deren weisser Glanz nicht nur im Sonnenschein eine aristokratische W\u00fcrde verr\u00e4t. Ein richtiges Malteserhaar braucht keine Seife und keine Chemie, nur K\u00e4mmen, um ein allf\u00e4lliges Naturdreck wegzubringen (solange man Auto\u00f6l nicht f\u00fcr ein Naturprodukt h\u00e4lt).<\/p>\n<p>Einverstanden, sein Haar braucht t\u00e4gliche Pflege, es sch\u00fctzt ihn aber genauso vor der Hitze eines italienischen Sommers wie vom morgendlichen Frost beim Winterurlaub in den Bergen. Ein M\u00e4ntelchen? Aber nein, nicht doch bei einem Malteser, sei es, Sie h\u00e4tten Angst, ihn im Schnee nicht mehr sehen zu k\u00f6nnen &#8230;<\/p>\n<p>Ja, der Malteser ist weiss. So wie man sich die Engel vorstellt, in weiche Formen gekleidet und doch mit einer klaren Kontur. Nur die Fl\u00fcgel hat er nicht, daf\u00fcr die Rute. So lautlos, stelle ich mir vor, so lautlos und doch kr\u00e4ftig m\u00fcsste doch ein Cherub seine Tragfl\u00e4chen bewegen, um dem Gottesplan Folge zu leisten, wie ein Malteser im Freudentaumel mit seinem Schwanz wedelt.<\/p>\n<p>Seine Bewegungen sind elegant. Schauen Sie mal von der Seite, wie er l\u00e4uft: als ob er auf einem Rollbrett stehen w\u00fcrde. Die Beine, hinter seinen langen Haaren verdeckt, scheinen sich gar nicht zu bewegen, so kurz und schnell schwingen sie, und sein Oberk\u00f6rper bleibt ruhig, sein gerader R\u00fccken gleitet wie einer unsichtbaren Schiene folgend durch die Gegend.<\/p>\n<p>Dabei ist der Malteser kr\u00e4ftig. Nat\u00fcrlich kann er keine Berge versetzen, daf\u00fcr haben doch seine Leute Maschinen, aber seine Beine lassen ihn, der nur um die 22 &#8211; 23 cm hoch ist, problemlos auf einen 60 &#8211; 80 cm hohen Stuhl oder Tisch springen (womit ich nicht einen R\u00fcden meine, der eine hochl\u00e4ufige H\u00fcndin ahnt und deswegen keine Barriere kennt). Gehen Sie in die Bergen mit ihm, wandern Sie 30 km \u00fcber eine H\u00f6hendifferenz von mehr als 2000 m und wenn Sie sich dann zum Ausruhen niedersetzen, dann kommt er richtig in Schwung und rennt in Kreisen um Sie herum, obwohl er vorher jedes St\u00fcck der Wanderstrecke mindestens dreimal absolviert hat. Sp\u00e4testens dann fragen Sie sich, woher ein K\u00f6rper von etwa 3 kg so viel Energie nimmt.<\/p>\n<p>Und trotzdem, der Malteser ist sanft. Nehmen Sie nach einem strengen Tag die Zeitung oder ein Buch in die Hand, machen Sie sich es im Sessel bequem und er wird kommen, seine Schnauze Ihnen auf den Fuss legen, leicht seufzen und einschlafen. Sie sp\u00fcren keinen Druck und kein Gewicht, nur die W\u00e4rme und seine Zuneigung.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich hat er auch Z\u00e4hne, gesund, scharf und ein perfektes Scherengebiss bildend. Ist er noch jung, ist kein Schuh vor ihm sicher und auch an Knochen zeigt er gerne, was er kann, aber richtig setzt er sie nur zur Verteidigung an und glaubt mir, einem Angreifer den Finger durchzubeissen kann er jederzeit. Sie und Ihre Finger wird er aber immer nur vorsichtig ins Maul nehmen, den Z\u00e4hnedruck nur andeuten.<\/p>\n<p>\u00dcbers Maul hat ihm die Natur eine pechschwarze Nase aufgesetzt. Vielleicht ist sie nicht so wie bei einem Sp\u00fcrhund ausgebildet, doch kann sie ihm Vieles berichten. Als ob er Zeitungen lesen w\u00fcrde, steckt er sie \u00fcberall hinein. Im Winter, da bohrt er mit ihr im Schnee herum, um geheime Botschaften zu entziffern, in der Fr\u00fchlingsbrise hebt er sie hoch, um von weitem Nachrichten zu empfangen, im nassen Herbstlaub verfolgt er die Geschichte und unter der T\u00fcrschwelle schmeckt er die Vorfreude.<\/p>\n<p>Die Ohren sind durch die langen Haare nach unten gezogen, aber sie h\u00f6ren trotzdem ausgezeichnet. Kein Ger\u00e4usch im Haus entgeht ihm, kein ach so geschickter Einbrecher k\u00f6nnte die R\u00e4ume unbemerkt betreten, sofort bellt der Malteser. Sein Herz ist gross und mutig, und doch will er zuerst warnen, den Angreifer genauso wie seine Leute, weil er den Frieden dem Kampf vorzieht.<\/p>\n<p>Und dann die Augen: gross, rund und schwarz. Augen, die reden k\u00f6nnen. Bitten ausdr\u00fccken, Freude markieren oder einfach sagen, wir beide sind eins. Weil ein Malteser kein J\u00e4ger und kein Kampfhund, sondern ein Familienmitglied ist, welches die Seinen h\u00fctet und sich kein Leben ohne sie vorstellen will. Er liebt sie alle, die Frauen, ja, aber ebenso die M\u00e4nner und die Kinder, solange sie zu seinem Clan geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sagt man ihm nach, er w\u00e4re ein Frauenhund, schliesslich ist er so zum verlieben. Auch geh\u00f6rt er zur ersten und \u00e4ltesten Hunderasse, welche nicht zur Arbeit, sondern einfach zum Vergn\u00fcgen von unseren Urahnen gehalten wurde. Aber ich bin in den Malteser verliebt und ich bin durchaus ein Mann.<\/p>\n<p>Sein Dasein ist ein Geben, ein Dienen ohne Wenn und Aber. Dabei lebt er l\u00e4nger als manche andere Hunderasse, 16 bis 18 Jahre ist keine Seltenheit. Es plagen ihm kaum Erbdefekte und Debatten \u00fcber Kupierverbote und Qualzuchtartikel gehen an ihm vorbei.<\/p>\n<p>Und doch, auch der Malteser ist nur ein Hund, aber was f\u00fcr einen! Wie hat es der Martial gesagt? Noch zuf\u00fcgen sollte er \u00fcber das Malteserm\u00e4dchen:<\/p>\n<blockquote>\n<div><em>und wachsamer als ein Sensor,<\/em><\/div>\n<div><em>gern kommt sie auf den Schoss empor,<\/em><\/div>\n<div><em>auch ist zu einer Wanderung bereit,<\/em><\/div>\n<div><em>nur ganz allein, das will sie niemals sein!<\/em><\/div>\n<\/blockquote>\n<div>\u00a9 2009 Copyright Vladimir.Vanek-Jaeger,CH-5615 Fahrwangen<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gibt es eine sch\u00f6nere Huldigung an die Malteser als die folgenden Zeilen? 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